Tour-Tagebuch
Tiefe Furchen durchzogen unsere Gesichter als wir den Heimweg Richtung Wien nach einem intensiven Tour-Wochenende antraten. Wieso? War ich zu einem Tour-Weichei geworden? Hatte mich die Tour zu einem Weichei gemacht?
Hier die komplette Backround-Story:
Nach einer mindestens 7 bis 8-Stündigen Fahrt nach Ehrwald in Tirol(Ihr wisst nicht wo das ist? Ich bis dahin auch nicht.) vollzogen wir die allbekannte Prozedur: Aufbauen, Kaffee trinken, Soundcheck, Kaffee trinken und vor allem Kaffe trinken. Habe ich das Kaffe trinken vergessen? Unwichtig. Jedenfalls warteten die Menschenmassen an Fans (5-10) bereits während des Soundchecks vor den Toren. Unser Essen wurde aufgrund des Soundchecks gestrichen und daraufhin vollzog sich die nächste Prozedur, welche wir liebevoll „Einlass“ nennen. Das Musikcafe in Ehrwald in Tirol - ein Dorf an der Grenze zu Oberoberösterreich(siehe auch: Bayern) – entpuppte sich als unglaubliches Stimmungswunder woraufhin eines der besten und spaßigsten Konzerten der Tour entstand. Danke an jene, die da waren bzw. an den Veranstalter!
Jedoch, nach diesem besagten Konzerten konnten sich Gitarrist Ali und Trommler Steve der Hauptaufgabe ihres Jobs widmen: Modellflugzeug fliegen. Nach 5 Abstürzen und weniger Schlaf als ich mir zugestehen möchte, machten wir uns deutlich müde auf den Weg nach Salzburg. Diesen Abschnitt nenne ich auch sehr gerne den Teufelsritt. Dieser durchaus wichtige Abschnitt wurde vor allem von einer unglaublich, noch nie dagewesenen Fähigkeit unseres Freunds und Betreuer Manfred und des soeben erwähnten Steve, Stundenlang über Schwachsinn und Nichts zu reden geprägt. Ich möchte an dieser Stelle keine Beispiele nennen, da allein die geschriebene Form Nachwirkungen in Form von schlimmen Kopfweh, Übelkeit, Brechreiz und Übelkeit hervorrufen könnte. Habe ich Übelkeit vergessen?
Salzburg entpuppte sich schließlich als überaus guter Ort um neuerdings den hiesigen Flugplatz (auch: Wiese) mit fliegenden Gaffa-Monstern (Umschreibung für Modellflieger) zu bestürmen, während Ich der Arbeit frönte und im Shopping Center Stimmung machte. Die Fahrt nach Rohrbach war genauso spannend wie eben diese nach Salzburg - dies ging jedoch hoffnungslos neben dem Gelächter über den Ort „Hühnergeschrei“ unter.
Wir hatten uns schwer von Hühnergeschrei losreißen könnten, allerdings schafften wir trotzdem unsere Gerätschaften auf der Bühne zu platzieren - und wiederum vollkommen deplaziert den Soundcheck mit verschiedensten Witzeleien durchzuführen um dann obendrein auch noch unsere Gaffa-Gebilde auf ein weiteres Mal in die Luft zu befördern.
Was ich hier gar nicht erwähnen müsste, weil es ohnehin jedes Mal der Fall ist: Meine Fans waren toll und somit war das Konzert ein Riesenerfolg. Danke Rohrbach!
Nach diesem Auftritt suchten wir das Weite(?) – Nein. Wir suchten und fanden das einzige Lokal weit und breit dass entfernt offen aussah und setzten uns kurzerhand hinein, um ein wenig zu plaudern und den Abend zu genießen der schließlich nicht mehr Abend sondern Sperrstunde hieß. Und so machten wir uns – Morgendämmerung im Gepäck – auf ins Hotel.
Ich erwachte durch den Gestank von Fett – oder wie es mein Zimmergenosse Ali ausdrückte. „Ich hab glaubt ich bin in einer Friteuse aufgewacht“. Unser beider Frühstück fiel aus da wir verschlafen hatten und unsere Witzbolde von Bandkollegen uns gleichzeitig angerufen und aufgeweckt hatten (Danke übrigens dafür! J). Der Weg nach Steyr war weder „brad“ noch sonderlich lang also hatten wir Vorort ein wenig Zeit um vor dem Akt des Modellfliegens noch eine chinesische Kleinigkeit zu essen. Die Wiese, welche irgendjemand von uns entdeckt hatte war geradezu perfekt dafür- Ich könnte an dieser Stelle abschweifen und euch allen erzählen wie sehr mich das Modellflieger-Fieber angesteckt hatte, allerdings möchte ich hier zu unserem Auftritt zurückkehren: Hier galt dasselbe wie an allen anderen Tour-Orten bisher: Super. Danke. Steyr. J
Und somit könnten wir uns nach kurzer Überlegung ob wir nicht doch in der Halle noch einmal fliegen sollten, uns losreißen und uns Richtung geliebtes Zuhause bewegen.
Sche woars - Fortsetzung folgt nach den nächsten Gigs
See ya